Nachbetrachtung Lammer Open Air 2008

Da arbeitet man das ganze Jahr über auf ein Event hin, dann gibt es 36 Stunden höchste Anspannung
und Emotionen und „bumms“- alles wieder vorbei.
Eines ist mal klar, so zusammengestanden, wie dieses Jahr hat das LOAF- Team lange nicht mehr, „all for one, one for all“- die Teamleistung war einfach genial. Von Freitag bis zum Sonntagabend alle gemeinsam auf dem Platz und an einem Seil gezogen, der verdiente Lohn: 5- 10 Becher Bier und lustige Sprüche bis das Zwerchfell kapitulierte, das war Teamwork und alle wollten, dass es nicht mehr aufhört, es weitergeht, wie geil ist das denn, Leute !
Vergessen sind die skeptischen Erwartungen, über die neue Bühne, Technik, Techniker.
Das unbekannte wurde durch höchsten, freiwilligen Arbeitseinsatz gemeistert und das verdient meinen höchsten Respekt.

Zur Sache, soviel los war ja noch nie in unserem Gästebuch, die Bandauswahl stieß nicht auf ungeteilte Gegenliebe. Insbesondere unsere treuen Anhänger im Dorf fühlten sich nicht bis zum Schluss gut „Entertaiment“, die Fans von außerhalb, die wegen der Bands gekommen waren und dabei unsere schöne Atmosphäre kennen gelernt haben, fanden es sehr gut. Unser Ort wird über die Stadtgrenzen hinaus („Peine, Paris, Lamme“) positiv wahrgenommen, allerdings hatten die „Stammlämmer“ dieses Jahr etwas zu leiden. Das lag zum einen an deftigen Texten der letzten beiden Bands oder auch am Ablauf, der die einheimische, partygierige Meute nicht so recht in Wallung zu bringen vermochte und damit der für sie erwartete Höhepunkt nach dem fulminanten Feuerwerk von Dirk Statnik (Pyrostar) nicht stattfand.
But: NO RISK, NO FUN- wir finden es völlig in Ordnung, wenn uns der Wind mal heftig ins Gesicht bläst, Kritik ist immer willkommen, auch negative. Nach 10 Jahren wird es ja auch nicht leichter, für kleines Geld (4 Bands, Feuerwerk, Technik und Bühne mieten, Genehmigungen, Auflagen erfüllen) eine solche Sache Jahr für Jahr neu zu kreieren. Fest steht, ich höre die Bands grundsätzlich vorher, sei es „live“ oder auf CD, bevor Entscheidungen getroffen werden- mir oder dem LOAF- Team ist es auch viel wichtiger, wenn die Leute ihre Meinung sagen, damit bringen sie zum Ausdruck: uns liegt etwas an Eurem/ unserem Open Air, also macht es nächstes Jahr irgendwie anders/ besser, genau-
das ist uns allemal lieber als zu schweigen und nicht wieder kommen!

Hier noch einmal ein kurzer Abriß des Dargebotenen:
ZOOMITE (18:00) waren frisch, fröhlich und punkig, Sina ist eine sehr energische und Ihre Band gab einfach alles, allein der Einsatz von Drummer Levy, von der Seite der Bühne sehr gut zu beobachten, hat sein Drumkit bearbeitet, als bekäme er Sonntag ein neues. Höhepunkt des Sets „Still here“ mit dieser famosen Sehnsucht in Sina’s Stimme hat mich völlig umgehauen, habe ich ihr hinterher auch gesagt.
Bringt bitte ein Album raus und mit den richtigen Leuten im Rücken wird aus Euch mehr, als ein ambitionierter Act aus Braunschweig.

PREMIUM FLAVOUR (19:00) folgten an undankbarer Position und mussten im Hellen ihren fulminanten Set bestreiten. Es fiel auf, dass Florian (Leadsinger) seine Schüchternheit mehr und mehr ablegt und das Publikum aufforderte vor die Bühne zu kommen, noch nie waren um 19:00 Uhr so viele Leute „in the Mood“ und bereit, sich rocken zu lassen, Höhepunkte im Set gab’s viele etwa „Tie your mother down“ von Queen, Should I stay or twist and shout (Markenzeichen von PV), Dead or alive, - krönender Abschluß als Zugabe, eine Mörderversion von „Proud Mary“ (Tina Turner, CCR) Wow, Publikum war very well entertaint.

DIE SCHRÖDERS (21:40) stellten Ihr neues Album „Endlich 18“ vor und begannen ihr Set mit „Scheißband“ aus demselben 2008er Output. Während Ihres Auftritts wurde klar, dass sich hier eine der dienstältesten und erfolgreichsten deutschen Punkbands die Ehre gaben. Da geht es auch mal rüde zu auf und vor der Bühne. 6 Alben haben die Jungens aus Bad Gandersheim veröffentlicht (ohne die Best of) und kaum ein Hit wurde ausgelassen : „Lass uns schmutzig Liebe machen“, „Saufen“, Was nicht passt, Modimi, „Heute hier morgen dort“ (genau, das alte Lied von Hannes Wader nur schneller und lauter) Es geht heftig zur Sache und nach 80min. geht einer von den Fans umjubelter Auftritt zu Ende.

Unmittelbar danach setzte auch schon das beste FEUERWERK ein, dass wir je hatten, zu der etwas orientalisch angehauchten Musik von „Jon Lord“ (Keyboarder von Deep Purple) setzte Dirk Statnik seine Salven und erhellte damit den Nachthimmel über Lamme, eine funkensprühende „10“ ließ erkennen, dass die LOAF keine Abenteurer mehr sind und seit nunmehr einer Dekade an einem Wochenende in Lamme die Nacht zum Tage machen. Das Spektakel dauerte über 10min und die Lichtkaskaden und Raketen wollten kein Ende nehmen. „Das allein war das Eintrittsgeld wert“, hörte ich danach häufiger.
(Dirk (Pyrostar) hat für das nächste Jahr schon wieder neue Ideen, mehr weiß ich noch nicht ….)

DIE MONSTERS OF LIEDERMACHING (23:00) Wir waren ein bisschen spät dran, Soundchecks sind immer ein wenig auch Glücksspiel, ist alles richtig verkabelt, trifft der Mixer schnell die richtige Monitoreinstellung ? Die Monsters- Fans wussten, was jetzt kommt, 6 Konzert-Gitarren, 6 Hocker, Lieder zum Mitsingen, manchmal etwas zu direkt schlüpfrig, aber dennoch charmant, das Augenzwinkern und der Witz des Sechsers hat die vor der Bühne versammelten Fans in die kollektive Extase getrieben, Gäste, denen die MOL bis Dato unbekannt waren, nahmen die Option des Kennenlernens nicht war und verließen das Gelände. Schade! Nach etwa 40min. das Unfassbare: Stromausfall, Sound weg. Wir benötigten ca. 10min. bis der Fehler gefunden wurde. Was ich wirklich bemerkenswert fand: Die Monsters haben ohne Anlage weitergespielt, dass hätte keine andere Truppe hingekriegt. Als um 0:30 Uhr der Stecker gezogen wurde (Supersondergenehmigung, danke an die Stadt BS Umweltamt), haben die Monsters ohne Verstärkung noch ein paar Lieder ganz intim und ohne Verstärkung gespielt, das Publikum rückte dabei gaaanz dicht vor der Bühne zusammen, man hätte ja sonst nichts mehr gehört, das war schon bemerkenswert. Wie ich hörte, haben die Bands im Pattkopp noch bis ca. 6:00 morgens weitergefeiert. Denen wird Lamme in freundlicher und angenehmer Erinnerung bleiben, dass dies stimmen musste habe ich an dem Zustand von Ingo Geismar am nächsten Morgen gesehen, echter Körpereinsatz , Ingo- that’s Rock’n’ Roll, but we like it !

2009 steht bevor, doch
ein „Restrisiko“ bleibt, denn ich werde irgendwann die Künstler aussuchen, vorstellen, sichten, anhören, verhandeln, verpflichten.
Laßt Euch also überraschen, was wir zum 11ten auf die Beine stellen. Die LOAF haben jetzt festgelegt, dass das Lammer Open Air grundsätzlich am letzten Augustwochenende stattfinden wird. Eine Institution braucht eben feste Rituale. That’s it, habt Vertrauen !
Wir sehen Euch am Samstag, 29.08.2009 !!!

Peter
Lammer Open Air Freunde