"Ein Kompliment"
Story über das Lammer Open Air 2007

Es ist vollbracht, ein Dreivierteljahr Vorbereitung wird in 3 Tagen aufgelöst und abgeackert.
Es entlädt sich, worauf wir uns alle freuten: Freude, Begeisterung, Emotionen.
Das Wetter: Ab 10 Tage vorher, wird zur eigenen Beruhigung jeder Wetterbericht im
Internet aufgespürt und studiert, die mit den besten Prognosen wird dann zur Lieblingswetterseite
gekürt, basta. Ich hätte nach all den Prognosen niemals geglaubt, dass wir 2 Stunden im Regen
stehen, dennoch ziehe ich meinen Hut vor diesem Publikum, das im Regen ausharrte
und diesem trotzte, Ihr seid mit uns !

Die Musik: Es ging etwas verspätet los, mit [soon], die erstmals eine Stunde früher als sonst
die Bühne enterten. Eine junge Band aus Hamburg, mit Ihrem Album "End Isolation" im Gepäck wurden die ersten Töne von der Lammer Bühne geschmettert.
Leider ist um diese Zeit das Publikum noch nicht so zahlreich auf dem Gelände und die, die da sind schauen sich das muntere Treiben aus sicherer Entfernung von den Bierbuden aus an.
Die Jungs haben abgeliefert und 50 Minuten Ihre Stücke zum besten gegeben (Los ging’s mit
"All I wanted"), was auffiel, dass die vier einen dichten Sound über die Rampe brachten,
so klingt moderner Metal mit melodischen Zutaten.

Coppelius waren dann gegen 18:45 Uhr an der Reihe, eine der größten Überraschungen des Abends.
Instrumente, die es in der Rockmusik nur selten zusammen zu sehen gibt. Klarinette, Cello, Kontrabass und ein fettes Schlagzeug.
Dazu die Protagonisten in langen Gehröcken, mit Zylinder und etwas gruselig
Geschminkt, wurden durch den Butler "Bastille" und Intro angekündigt, während
einer der Herren (Comte Caspar) das Publikum zur Bühne bat, diese dann sogleich enterte
und mit den anderen das erste musikalische Feuerwerk des Abends abzufackeln.
Ich habe in die zunächst ungläubige, doch dann eher begeisterte Gesichter vor der Bühne geschaut.
Bereits als Zweites wurde eines meiner Lieblingsstücke "Dreaming" dargeboten, mit diesem
immer wiederkehrenden fetzigen Klarinettenduellen von Max Copella und Comte Caspar.
Herunterfallende Zylinder (hier Kopfbedeckung) wurden sogleich durch Bastille (Butler, Percussion, Gesang usw.) wieder an seinen rechten Platz befördert.
Die Liste der tollen Songs, die mir im Hinterstübchen geblieben sind: "Morgenstimmung", eine düstere Geschichte, über einen in einem Schloss aufwachenden,
der durch den Butler geweckt wird, erfährt, "der Schlossherr wurde gemeuchelt heut Nacht,
man hörte den Mörder, der lauthals gelacht...", immer mehr erkennt, dass er selbst, derjenige
war, "dem Teufel aufgegessen, habe ich etwa, sein Herz gegessen", finstere Geschichte.
"1916", das Antikriegslied von "Motörhead" aber viel geiler zu Coppelius passend, sowie
"To my Creator", allesamt Stücke, die das ganze Können dieser Formation in umwerfender Weise
offenbarten. Zugabe, wie wir jetzt wissen, heißt "Da Capo", die dann ja noch kam, und wir gerieten
mit unserem Zeitplan in Verzug.

Nach dem Umbau kamen die nächsten Newcomer "Premium Flavour" an die Reihe. Mit "Tie your mother down" von Queen wurde hier die Richtung zu qualitativ hochwertigem Rock (Premium) mit Können und Geschmack (Flavour) intoniert, performt und interpretiert.
Der tolle Sänger und seine Band (2 Gitarren, Bass, Drums) im Rücken,
gaben der Meute die Rockmusik zum Abfeiern, leider setzte bei der Truppe der verdammte Regen ein,
was der Stimmung im Publikum jedoch überhaupt keinen Abbruch tat, außer, dass die verdammten Regenschirme
das Klatschen verhinderten, gut, Brüllen ging ja auch. Als Höhepunkt möchte ich "Dead or Alive" von Bon Jovi hervorheben,
das war ein Hammer (mein subjektives Empfinden). Es gab derer noch etliche Höhepunkte
"Should I stay + Twist and Shout" war auch eine ganz scharfe Nummer.
Premium Flavour haben das Publikum wiederum sehr positiv überrascht, umso schwerer
fiel es uns, die Jungens ohne Zugabe von der Bühne zu bitten, aber der verdammte Umbau und der Linecheck der
letzten Band lagen noch vor uns, daher das viel zu frühe Ende dieses Auftritts.
Den Leuten, die sie gerne noch weiter gehört hätten sei gesagt, es hat uns auch genervt - Wir versprechen: beim nächsten Mal wird uns sowas nicht wieder passieren!

Das Feuerwerk wurde straff durchgezogen, diesmal ohne Nachbeben und auf den Punkt gebracht,
endlich mal konnte das Publikum zum Abschluss applaudieren, weil es einen Abschluss gab, sehr gelungen.
Während auf der Bühne der Totalumbau erfolgte, Schlagzeug von hinten nach vorne rechts, Podeste auf die Bühne,
neu verkabeln, Soundcheck, Umziehen, und die Zeit die raste davon, da liegen die Nerven blank,
aber es hilft hier nur: Ruhe bewahren. Hier müssen wir besser planen, damit die Wartezeiten
stärker reduziert werden; schließlich sind die Leute nicht für die Umbaupausen gekommen, sondern es soll möglichst viel Musik über die Rampe gebracht werden.

Mit den Glücksrittern der Nation gibt es dann nochmal die volle Dröhnung Party. Manna und seine Mitstreiter
ließen die Sau raus, die stimmgewaltige und sehr hübsche "Mama Sunshine" lässt bei dem
Aretha Franklin- Kracher "Respect" ihre ganze Klasse und Können raus, während die Standards
"Kompliment, Denkmal, Westerland, König von Deutschland" von Manna gebrettert werden. Er bringt das
Publikum nochmal so richtig auf den Baum. "Feel" von Robbie Williams ist neu im Set, bis zum ultimativen Finale
("Angels" von Robbie Williams) gibt es keine Pausen oder Hänger, es ist die wilde Mischung der
Stücke die eben auf Glücksritter-Art performt werden. Um kurz nach Mitternacht ended der umjubelte Auftritt der
Glücksritter der Nation und damit auch die Livemusik.

Zurück bleibt das Organisationsteam der Lammer Open Air Freunde
(für mich ein harmonischer Hort des Vergessens zum allgemeinen Alltagsstress, danke Jungs)
mit wehmütigen Gedanken, an die jüngste Vergangenheit.
Eben noch die Vorfreude und der gemeinsame Platz- und Bühnenaufbau, dann dieser rasante "Roller Coaster Ride" am Abend - alles schon wieder vorbei.
Und Sonntagmorgens, Aufräumen, Einpacken, "Rödeln bis die Spucke sauer schmeckt" -
"The Load out" (Jackson Browne's Song zu Ehren der Roadies von "Running on Empty").

Wir verabschieden uns für dieses Jahr und freuen uns aber schon auf 2008 - denn da wird Jubiläum gefeiert: 10 Jahre LAMMER OPEN AIR.

Wir freuen uns schon jetzt, wieder ein tolles Event aus dem Lammer Boden zu stampfen - aber erst nach dem Winterschlaf.
Bleibt gesund und uns gewogen und besucht uns hin und wieder...

Eure LOAF
(Peter)

P.S.: Die Bilder kommen jetzt nach und nach auf die Website, schaut mal rein,
gebt uns auch gerne Feedback im Gästebuch, wir freuen uns über Anregungen
jeder Art