Das 8. Lammer Open Air am 26.08.2006
[von Peter Bethge]

Nachdem nun ein paar Tage vergangen sind und da unser Event, dem wir, die Lammer Open Air Freunde, so enthusiastisch ein Jahr lang entgegenfiebern, schon wieder Geschichte ist, möchte ich einmal ein paar Zeilen aus Sicht der Organisation zum besten geben.
Vorneweg müssen wir uns ja wirklich beim Wettergott bedanken, der uns zwar am Samstagmorgen so hat absaufen lassen, dass ich das Schlimmste befürchtete. Am Samstagvormittag zwischen 10:00 und 11:00 ging ein so heftiger Regenguss auf uns und dem Gelände hernieder, dass ich ernsthaft daran dachte, für das Publikum einen Bootsanleger zu bauen, ich kam mir schon vor wie in Venedig, die Regenschirme der Touristen haben noch gefehlt und es stank nicht nach verfaultem Fisch.
Dennoch hob dieses Unwetter nicht gerade meine Stimmung, ich vegetierte bis zum Mittag so dahin und stürzte mich in die Arbeit, die es ja so reichlich im Vorfeld einer solchen Party gibt.
Anrufe über Handy von den auswärtigen Bands:Wir stehen im Moment im Stau, weißt Du eine Umleitung…, tragen dann nicht unbedingt zu meiner Beruhigung bei, ganz im Gegenteil wird hier meine innere Ruhe häufig in Trümmern gelegt.

Soundcheck dient dazu, das Dorf auf das Bevorstehende einzustimmen, das heißt, wer bei offenem Fenster duscht, weiß spätestens jetzt, wo es am Abend hingeht. Weiterhin nimmt jede Band Ihre Einstellungen vor um diese dann am Abend vom Mixer abrufen zu lassen und damit das Ganze akkurat klingt.
Da wir allerdings hier eine leichte Verspätung hatten, lief uns die Zeit ein wenig davon. Ausgerechnet in diesem Jahr habe ich mit MAVYS (einen HipHop- Act aus HH) eine 4. Band engagiert, um ggf. einen Kontrast zu den anderen auftretenden Künstlern zu schaffen.
Der Start war um 17:30 Uhr geplant, angefangen haben wir um 17:50 Uhr.
Kurz nach Beginn des Auftritts von MAVYS meldete sich Petrus eindrucksvoll zurück, indem er die Standfestigkeit des Publikums mit einem zünftigen Regenguss erneut auf die Probe stellte. Jetzt konnten wir sowieso nichts mehr ändern, es nervte natürlich gewaltig, beruhigt hat mich dennoch, dass das bereits auf dem Platz angekommene Publikum nicht fluchtartig das Gelände verließ und das weitere beinharte Gäste auf dem Weg zu uns waren.
Nach 20min. Hip Hop blieb die Erkenntnis, dass die Kids drauf standen, die Jungens furchtlos den Regen „weggerappt“ haben und nicht nur ich mich wie ‚ne „Waschmaschine“ fühlte.
So gegen 18:20 enterten die ersten Lokalmatadoren LEKKER die Bühne und legten mit ihrem sympathischen, straighten, punkigen Rock los und brachten schon mal Bewegung in das Auditorium. Spätestens beim dritten Song „Sommer“ und der letzten Textzeile „… Dies wird mein Sommer sein“, war ich davon überzeugt, dass wir dieses Jahr wohl mit einem blauen Auge davonkommen würden. Das der Orginalbassist, Chris Schwedler (übt seinen Job in London aus) mit dabei sein würde, war eine sehr schöne Geschichte am Rande. Einer der Höhepunkte war ohne Zweifel der Song „denn zum Glück gibt’s noch immer Eintracht Braunschweig, meine Familie, meine Liebe mein Verein“ der Song hat auf jeden Fall regionales Hitpotential, das sollte die zukünftige Eintracht- Hymne werden.
Nach „Kenny“ gab’s noch zwei Zugaben und mit „Melanie“ wurde ein umjubelter LEKKER- Auftritt beendet. Ich würde dem sympathischen Dreier echt einen Hit und eine Tour mit den Ärzten gönnen, ich werde die Formation sicher im Auge behalten.
Jetzt baute sich anderweitig Spannung auf, denn jetzt war Premiere. Eine Band sollte auftreten, die gebucht wurde, ohne dass wir die jemals gesehen hatten. Gut, so ganz unbekannt ist ja der Sänger „Manna“ nicht. Aber er hat eine neue Kapelle an den Start gebracht und was für eine. Ich hatte ja mittlerweile das Vergnügen den Livemitschnitt zu hören und von der ersten Minute an eroberten sich die Glücksritter der Nation die Herzen des Publikums.

Nach Intro und Blues Brothers „Eeevrybaadeey neeed somebaaady“ kam dann erst die Sängerin, „Mama Sunshine“ auf die Bühne um „Nur ein Wort“ zu singen, ich habe spontan zwei Worte gesagt:Boooah ey! Ich hätte jetzt beinahe geschrieben, sie legten los wie die Feuerwehr, aber die Freiwillige Feuerwehr NY hat an diesem Abend niemand vermisst. Die Songauswahl war sehr unterschiedlich, neben medleyartig arrangierten und mit raffinierten Gimmicks garnierten Songs wurden auch sehr intensive Momente erzeugt, Angels von Mr. R. Williams war ein emotionaler Höhepunkt. Immer wenn ich die Aufnahme jetzt höre, kann ich mir vorstellen, wie viel Arbeit in den Arrangements und deren Ausarbeitung stecken muß. Luechtturm von Nena wurde nahezu nur auf akustischer Gitarre gebracht, Sternenhimmel als Ska.- Kracher. Und neben der Frontfrau gab es ja noch eine Bassistin (Elfriede Hendrix) die neben ihrem souveränen Bassspiel immer dieses Lächeln im Gesicht hatte. George W. Tush, der Axeman (Gitarrist) im Schottenkaro hätte sich als Braveheart auch nicht schlecht geschlagen. Er zog ebenfalls eine famose Show ab. Tja Puff Edi (Keyboards) war auch schon mal in Lamme und sorgte mit seinem variablen Spiel immer wieder für Akzente. Ein Tier, Kaiser Franz, am Schlagzeug rundete die ganze Performance dann so richtig ab. Diese Kapelle wird ganz sicher noch für Furore sorgen. Ich bin mir sehr sicher, dass wir die Truppe nicht zum letzten Mal in Lamme gesehen haben, sie haben den Laden in Bewegung gebracht und zur Raserei getrieben.
Ein weiterer Höhepunkt sollte nun folgen, während der Umbaupause folgte mit der Untermalung von Pink FloydsShine on you crazy Diamond“ ein Feuerwerk, das wirklich absolut gigantisch war, Dirk der alte Pyromaniac hat wieder mal sämtliche Register seines Könnens gezogen, wer sich gefragt hat, warum es am Schluss am Boden weitergeballert hat, die zeitlich parallel geplanten Zündungen liefern unterschiedlich schnell ab, so dass ein Nachballern am Boden die Folge war. Aber ein solches Feuerwerk such wirklich seinesgleichen.
Während des Feuerwerks war die Bühne bereits fertig für den letzten Act und damit für den letzten Höhepunkt: Sweety Glitter and the Sweethearts zum zweiten Mal in Lamme auf der Bühne. Bei der letztjährigen Nachfeier mit allen Helfern im Playoff- Hotel waren Sweety Glitter zu Gast und dort wurde zunächst der Deal für 2006 perfekt gemacht und im weiteren Verlauf des Abends beschlossen, wir werden den Frontmann (Sweety) mit dem Kran vor der Bühne absetzen. Die erste Frage von Volker (aka Sweety) war denn auch, ob wir denn einen Kran hätten. Den hatten wir. „Warum nehmen mich alle immer Ernst ?“ rief er in den Himmel um anschließend die Probefahrt mit unserem Kranfahrer vorzunehmen. Dazu musste die Bühne einen Vorbau erhalten, um mit dem Kran beim Absetzen optimal parken zu können. Es war also everything prepared for the Show.
Als um 22:00 Uhr das Intro ertönte und anschließend die Band einsetzte, befand sich Sweety mit dem Mikro bereits 24m über dem Gelände, bei seinem Einsatz zu „Join togehter“ wurde der Verfolger auf Sweety im Kran gerichtet, das war echt supercool. Nebenbei hatte Latte den Platz hinter dem Verfolger eingenommen und erst nach meinem intensiven Gebrüll den Lichtkegel auf den Fahrkorb gerichtet. Das war doch schon wieder einmal etwas Besonderes.
Danach gab es satte 2 Stunden Rock and Roll vom aller Feinsten. Gegenüber dem Auftritt aus 2005 wurden 10 andere Stücke gespielt, darunter „Against the wind“ von Bob Seger, T.- Rex’s- Children of the Revolution, Uriah Heeps- Lady in Black, New York Groove, Ca plane pour moi, You ain’t see nothing yet usw., ein geniales Drumsolo von Sir Toby (einschließlich Lächeleinlage zum Schluß) bei „Jean Genie“ leiteten über zu „Emma“, einem der Songs, für die man die Kapelle einfach lieben muß.
Nach 2 Stunden und 2 Zugaben war dann Schluß und alle Bands hinterließen ein abgekämpftes, glückliches Auditorium. Die Organisatoren freuten sich natürlich darüber, dass der Regen ausblieb und dass trotz aller widriger Umstände das Publikum so zahlreich erschienen ist, ein treues Publikum.

Danke !
Die Oldie- Fans, Birgit und Markus, nebst Ihren Freunden, haben das ganze Event mit eigens für den Abend von uns geliehenen Profi- Kameras dokumentiert und aufgezeichnet. Aus fünf Kamerapositionen (darunter hin und wieder auch vom Kran aus) haben sie recorded was die Bühne hergab. Zuvor wurden noch Interviews mit Bands und Organisatoren durchgeführt. Insgesamt wurden 30h Film (auf Festplatte 300GB !!) aufgezeichnet, die bis zum Jahresanfang zu einem Film (DVD) zusammengeschnitten werden. Der Sound wurde direkt mitgeschnitten, um die Bilder mit dem bestmöglichen Klang zu unterlegen. Der bisherige Kommentar vom Cutting- Director, Markus: Das Material ist sendefähig! Yeah.
Ich bin schon sehr gespannt.

Es gibt noch so vieles zu berichten und zu schreiben, Anekdoten oder Stories, die am Rande einer Veranstaltung passieren und das Ganze abrunden, aber das ist eine andere Geschichte, das soll es zunächst einmal gewesen sein.

Ich bedanke mich zunächst einmal bei allen freiwilligen Helfern, die geduldig und mit größtem Einsatz dafür gesorgt haben, dass es wieder zu einem unvergesslichen Fest geworden ist. Zum Dank dafür wird es dieses Mal im Dorf beim Pattkopp die Nachfeier geben, allerdings voraussichtlich erst im Januar, wenn die DVD fertig ist und wir wieder auf großer Leinwand und mit fettem Sound den Abend noch einmal erleben können.

Besonderer Dank geht an die Sponsoren, die uns dieses Jahr unterstützt haben.

Der Ausblick
Wir sind in Schlagdistanz zum ersten großen Jubiläum, auf dem Weg dorthin haben wir in 2007 das 9. Lammer Open Air vor Augen. Es wird natürlich stattfinden und die ersten Verträge liegen zum Unterschreiben bereit. Allerdings werden wir unser Event nicht mehr zum Ende, sondern zum Anfang der Sommerferien feiern, genau gesagt ist der 21. Juli 2007 der Termin, der in den nächsten Tagen bestätigt werden wird.
(Hinweis: die Sommerferien beginnen am Do, 19.07.2007)
Ich kann Euch jetzt schon versprechen, dass wir da wieder einige Überraschungen parat haben, aber sicher!!

Peter Bethge
Lammer Open Air Freunde

(P.S. : Ich grüße Euch, mein Organisatorenteam, es war wieder mal ein Genuss mit Euch das Ding durchzuziehen, ohne Euch und Euere Unerschrockenheit alle Aufgaben zu meistern wäre die Sache nicht möglich- I know who you are)